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FASZIEN ALS SENSORISCHES UND EMOTIONALES ORGAN

Fortbildung mit
Dr. biol. hum. Robert Schleip
 vom 30.10. – 31.10.2021 in Frankfurt am Main

 

 

UMSETZUNG NEUER ERKENNTNISSE AUS DER BINDEGEWEBSFORSCHUNG IN DIE MYOFASZIALE BEHANDLUNGSPRAXIS

Neuere Forschungen zeigen, dass das kollagene faserige Bindegewebs-Netzwerk des Körpers (Faszien) eine weitaus aktivere Rolle spielt, als bisher angenommen. Dazu gehört die Fähigkeit der Faszien, ihre Steifigkeit unabhängig von der neuromuskulären Steuerung zu verändern, ihre Rolle als potenzieller Schmerzgenerator und ihre Funktion als unser reichhaltigstes Sinnesorgan für die Körperwahrnehmung.

Darüber hinaus sind neue Erkenntnisse über eine komplexe Verbindung zwischen Faszien und dem vegetativen Nervensystem sowie emotionale Aspekte verfügbar geworden. Diese neuartigen Perspektiven bieten wertvolle Anregungen für die praktische klinische Anwendung bei der therapeutischen Arbeit mit posttraumatischen Belastungsstörungen sowie anderen verbreiteten Aspekten der muskuloskelettalen Medizin. Dr. Robert Schleip, Leiter des Faszienforschungsprojektes der Universität Ulm, wird die wichtigsten Erkenntnisse aus der internationalen Faszienforschung der letzten Jahre in verständlicher Form beleuchten sowie hierauf abgestimmte praktische Umsetzungen in myofasziale therapeutische Anwendungen vermitteln.

Theoretischer Teil:

  • Faszien als Sinnesorgan: ihre Bedeutung für die Propriozeption, unseren sogenannten sechsten Sinn.
  • Die vier Mechanorezeptor–Typen in unseren Faszien: Golgi-, Pacini-, Ruffini- und freie Nerven-Endigungen,       deren Lokalisation, Sensitivität und neurophysiologische Auswirkungen.
  • Wechselwirkungsketten zwischen Faszienspannung und autonomen Nervensystem.
  • Faszien und Interozeption: Einfluss von viszeralen und (sub)kutanen Rezeptoren auf das Körperbild und emotionale Grundausrichtungen.
  • Die Rolle von Embodiment und Achtsamkeit in der faszialen Wahrnehmung.
  • Verständnis der Dynamik des vegetativen Nervensystems aus evolutionsbiologischer Sicht (nach Ernst Gellhorn).
  • Verständnis von posttraumatischen Belastungsstörungen auf der Grundlage neuester Erkenntnisse von Peter Levine, Stephen Porges und anderen.
  • Das Tensegrity-Konzept in dynamischer Aktion: myofasziale Kraftübertragungsrichtungen mit neuesten Modifikationen. Relevanz für die Haltungsregulation:
  • Lendenfaszien: Architektur und Innervation. Neue Aspekte in der Rückenschmerzforschung.

 

Praktische Anwendungen:

  • Golgi-Rezeptorstimulation: Anwendung zur Korrektur von Schulter-Protraktionen.
  • Pacini-Stimulation: Anwendung auf spinale Facettengelenke und kostovertebrale Gelenke.
  • Ruffini-Stimulation: Anwendung am oberen Trapez, mit Folgewirkungen auf den vagalen Tonus die Herzfrequenzvariabilität.
  • Spiegelneurone und Empathie: praktische Anwendung mit der CAKE-Technik (constructive anticipatory kinesthetic empathy).
  • Stimulation der freien Nervenenden: Beispiel einer Periost-Manipulation.
  • Faszientechniken zur Behandlung von akuten Schmerzen im unteren Rückenbereich und des myofaszialen Nackensyndroms.
  • Arbeit mit posttraumatischen Belastungsstörungen im physiotherapeutischen und bewegungspädagogischen Kontext.
  • Einbeziehung von achtsamen Mikrobewegungen des Patienten während der praktischen Arbeit.

 

Der Workshop richtet sich sowohl an interessierte Laien, die gerne mehr über Körperwahrnehmung und Bewegungs-Koordination aus faszialer Sicht für ihren Alltag lernen wollen, als auch an Körpertherapeuten und Bewegungspädagogen, die ihren Horizont mit erfrischenden Inspirationen und konkreten praktischen Tipps und Anleitungen erweitern möchten. Ganz besonders kann dies für Feldenkrais Pädagogen der Fall sein, sowie für F.M. Alexander Technik- oder Eutonie-Lehrer, für Physio- oder Ergo-Therapeuten, Osteopathen, Orthopäden, Pilates- oder Yoga-Lehrer, Tanzpädagogen, Personal Trainer, Atemtherapeuten, Stimmpädagogen, sowie für Liebhaber des Tai Chi oder anderer östlichen oder westlichen Bewegungskünste.

Die Fortbildung wird vom Deutschen Feldenkrais-Verband FVD anerkannt, sowie für Physiotherapeuten mit 15 UE.

 

Dr. biol. hum., Dipl. Psychologe

ROBERT SCHLEIP  

Ist Leiter der Fascia Research Group der Universität Ulm sowie Forschungsdirektor der European RolfingAssociation. Er war Co-Initiator des 1. Fascia Research Congress (Harvard Medical School, Boston 2007), womit der wissenschaftliche Durchbruch auf diesem neuen Feld gelang. Seither ist er im wissenschaftlichen Komitee der Nachfolgekongresse.Selbständige manualtherapeutische Praxistätigkeit seit 1978, seit 1993 Lehrtätigkeit als Rolfing- und Feldenkrais Lehrer, ab 2003 zunehmende Schwerpunktverlagerung in die wissenschaftlicheGrundlagenforschung. Im Jahr 2006 wird seine mit der akademischen Höchstnote ‚summa cum laude‘ ausgezeichnete experimentelle Promotionsarbeit zum Thema ‚Aktive Faszienkontraktilität‘ zusätzlich mit dem angesehenen Vladmir Janda Preis für Muskuloskeletale Medizin geehrt. Dr. Schleip ist Autor zahlreicher Fachpublikationen zum Thema Faszien.

 

WEITERE EMPFEHLUNGEN

Bücher:

Lehrbuch Faszien, R. Schleip et al., Elsevier Urban & Fischer Verlag

Faszien im Sport und Alltag, R. Schleip & A. Baker, Riva Verlag

Artikel:

www.fasciaresearch.de/images/PDF/ExcerptTerraRosaSensory.pdf

www.pdf-archive.com/2015/05/14/fascia-in-geo-engl/fascia-in-geo-engl.pdf

Webseiten:

www.fasciaresearch.de

www.somatics.de

Video:

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https://youtu.be/Owd3_JrAseo

 

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